Exzellenz-Hub für die Zukunft der sozialen Mobilität

Mobilität ist für den ASB weit mehr als die Bewegung von Fahrzeugen. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Menschen medizinische Versorgung erreichen, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und auch dort Unterstützung erhalten, wo sie dringend gebraucht wird. Deshalb muss soziale Mobilität auch in Zukunft zuverlässig, bezahlbar und flächendeckend verfügbar bleiben.
Mit dem neuen Logistikpark an der A9 bei Lauf schafft der ASB Nürnberger Land dafür eine zukunftsweisende Infrastruktur. Unter dem Leitgedanken „Exzellenz-Hub für die Zukunft der sozialen Mobilität“ entsteht ein Standort, der Elektromobilität, Logistik, Fahrzeugmanagement, Qualifizierung und Versorgungssicherheit miteinander verbindet.
Dabei geht es um mehr als den Bau von Ladepunkten. Der Logistikpark soll zu einem zentralen Kompetenz- und Versorgungsstandort für die Mobilität des ASB in Bayern werden. Denn die Mobilitätswende ist auch eine Frage der Versorgungssicherheit. Dafür müssen Verbände wie der ASB technische und personelle Resilienz entwickeln.
Das sogenannte Verbrenner-Aus, steigende und immer wieder stark schwankende Kraftstoffpreise sowie die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs verändern die wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen schon jetzt sozialer Fahrdienste grundlegend.
„Diese Entwicklung ist keine abstrakte Zukunftsfrage. Jeder Patientenfahrdienst, jeder Linienfahrdienst und jede soziale Mobilitätsleistung ist darauf angewiesen, dass Fahrzeuge verfügbar, einsatzbereit und wirtschaftlich zu betreiben sind“, betont Tino Städtler, Geschäftsführer des ASB Nürnberger Land. Wichtig sei deshalb eine langfristige Strategie. „Wir wollen auf diese Veränderungen nicht nur reagieren. Wir wollen sie aktiv gestalten.“
„Bislang ist unsere Fahrzeugflotte in hohem Maße von externer Infrastruktur abhängig: von Tankstellen, Kraftstoffpreisen und internationalen Energiemärkten. Die Elektromobilität verändert dieses Prinzip grundlegend. Wir können Energie über unsere eigene Ladeinfrastruktur bereitstellen und erproben, wie effizient dies für unseren gesamten Fahrdienst ist“, ergänzt Philipp Elsasser, Geschäftsführer der ASB-auxi soziale Fahrdienst gGmbH.
Genau hier setzt der neue Logistikpark an. Mit zunächst 30 und perspektivisch knapp 55 Ladepunkten entsteht am verkehrsgünstig gelegenen Standort an der A9 eine leistungsfähige Infrastruktur für die schrittweise Elektrifizierung der ASB-Flotte. Sie schafft die Voraussetzung dafür, Fahrzeuge planbar zu laden, Einsatzzeiten zu optimieren und Erfahrungen mit dem Betrieb größerer elektrischer Sozialflotten zu sammeln.
Versorgungssicherheit bedeutet mehr als Strom
Der entscheidende Gedanke des Exzellenz-Hubs ist jedoch größer. Versorgungssicherheit bedeutet, dass ein Fahrzeug dann zur Verfügung steht, wenn ein Mensch darauf angewiesen ist. Dazu müssen Energie, Fahrzeuge, Personal, Qualifikation und logistische Abläufe zusammen gedacht werden. Der Logistikpark verbindet deshalb mehrere Funktionen an einem Standort:
Ladeinfrastruktur und Energiemanagement schaffen die Grundlage für eine wirtschaftliche und planbare elektrische Fahrzeugflotte. Fahrzeuglogistik und Fahrzeugaufbereitung sorgen dafür, dass Fahrzeuge schnell wieder einsatzbereit sind und vorhandene Kapazitäten optimal genutzt werden können.
Eine eigene Fahrerakademie stärkt die Qualifikation der Mitarbeitenden und ermöglicht es, neue Fahrzeugtechnologien, effizientes Fahren und veränderte betriebliche Abläufe direkt in die Aus- und Weiterbildung zu integrieren. Digitalisierung und Flottensteuerung können dazu beitragen, Ladezeiten, Reichweiten, Fahrzeugverfügbarkeit und Einsatzplanung miteinander zu verzahnen. So entsteht ein System, in dem nicht die einzelne Technologie im Mittelpunkt steht, sondern die zentrale Frage: Wie stellen wir sicher, dass der ASB seine Mobilitätsangebote jederzeit zuverlässig erbringen kann?
Ein Hub für ganz Bayern
„Der Standort bei Lauf soll nicht allein für den ASB Nürnberger Land gedacht werden. Die Erfahrungen, die hier mit Elektromobilität, Ladeplanung, Fahrzeuglogistik, Qualifizierung und dem Betrieb größerer Flotten gesammelt werden, können schrittweise für weitere ASB-Gliederungen nutzbar gemacht werden.“, sagt Dr. Jarno Lang, Geschäftsführer des ASB-Landesverbandes Bayern.
Damit kann der Logistikpark zu einem bayernweiten Kompetenzzentrum für soziale Mobilität wachsen. Neue Fahrzeugkonzepte können erprobt, Erfahrungen gebündelt, Mitarbeitende qualifiziert und Standards für einen wirtschaftlichen Flottenbetrieb entwickelt werden. „Statt jede regionale ASB-Struktur mit denselben Fragestellungen allein zu lassen, entsteht ein gemeinsamer Wissens- und Erfahrungspool“, betont Lang. „Das stärkt den gesamten Verband.“
Perspektivisch könne daraus auch eine neue Form gemeinsamer Versorgung entstehen: Fahrzeugkapazitäten, Ladeinfrastruktur, Know-how und logistische Leistungen werden stärker vernetzt, sodass regionale Strukturen voneinander profitieren und im Bedarfsfall auf gemeinsame Ressourcen zurückgreifen können. „Versorgungssicherheit darf nicht erst dann organisiert werden, wenn Engpässe entstehen.“